Silvester in Zürich

Zürich ist mit ca. 400.000 Einwohnern die größte Stadt der Schweiz. Bekannt ist diese Stadt dank der hohen Dichte an Banken und Versicherungen als internationaler Finanzplatz – James Bond lässt grüßen. 😉 Außerdem ist Zürich bekannt für die sehr hohe Lebensqualität, die es seinen Einwohnern bietet. Diese hat allerdings ihren Preis: seit einigen Jahren rangiert die Schweizer Metropole unter den Top 10 der teuersten Städte weltweit.PeterskircheIch hatte das Glück Silvester in dieser Stadt verbringen und mich bei strahlendem Sonnenschein ein wenig umsehen zu können. Übernachtet haben wir bei Freunden im Züricher Umland. Nachdem ich mit dem Zug zum Züricher Hauptbahnhof gefahren bin, spazierte ich von dort aus direkt an der Limmat entlang Richtung Altstadt. Die Limmat ist ein Abfluss des Zürichsees. Entlang dieses Flüsschens konnte ich die altehrwürdigen Zunfthäuser, die schönen Fassaden der Altstadt und die markanten Kirchtürme des Fraumünsters und der St. Peter Kirche bewundern.

Den ersten Halt machte ich am Wahrzeichen der Stadt Zürich: dem Grossmünster. Mit seinen 60m hohen Doppeltürmen überragt es die Alpenmetropole und ist so einfach nicht zu übersehen. GrossmünsterVon innen ist das Grossmünster vor allem eins: schlicht. Dies liegt daran, dass der Schweizer Reformator Zwingli um 1519 in dieser Kirche gewirkt hat und – ähnlich wie Martin Luther in meiner Heimatstadt – sämtlichen Prunk und Protz aus den Kirchen verbannt hat. Denn schließlich sollten sich die Menschen wieder auf den Inhalt der Messe konzentrieren, anstatt weltlichen Gütern nachzujagen.

Was ihr auf keinen Fall verpassen solltet, wenn es euch an einem sonnigen klaren Tag nach Zürich verschlägt, ist ein Besuch auf einem der beiden Türme. Für 4 CHF bin ich die engen Treppen hinaufgeklettert und wurde mit folgendem Panoramablick belohnt.

Ausblich Zürich SeeAussicht ZürichWieder unten angekommen ging es weiter Richtung Quaibrücke – der Verbindung zwischen Limmat und Zürichsee. Ein kleines Stückchen weiter, direkt vor der Oper, befindet sich der Sechseläutenplatz. Zürich OperDas Sechseläuten ist eine lustige Züricher Tradition. Jedes Jahr im April ziehen die rund 3.500 Zünfte in Kostümen, Trachten und Uniformen in einem großen Marsch von der Bahnhofstraße über die Quaibrücke zum Sechseläutenplatz. Hier wird dann um 18 Uhr feierlich der Böögg – ein künstlicher Schneemann – verbrannt. Je schneller der Böögg seinen Kopf verliert, desto schöner soll der anschließende Sommer werden. Eine lustige Tradition, wie ich finde. 😉
2013 Sechseläuten - Sechseläutenplatz (mit 'Böögg') mit dem neuen Belag für den Umritt im Bereich des 'Böögg-Scheiterhaufens', Ansicht vom Bellevue, im Hintergrund Opernhaus und Bernhardtheater 2013-04-15 13-02-37Vom Sechseläutenplatz bin ich direkt an den Zürichsee spaziert und habe dort die Sonne und das Alpenpanorama genossen. Auch wenn im Winter wesentlich weniger los ist als im Sommer: bei strahlendem Sonnenschein am Wasser sitzen und dem Treiben der Wasservögel zugucken – da kann einfach nur Urlaubsstimmung aufkommen!

Möwen ZürichseeBoote ZürichseeNach einem kleinen Spaziergang entlang des Seeufers ging es über die Bahnhofstraße wieder zurück zum Hauptbahnhof. An dieser Shoppingmeile entlang reihen sich zahlreiche – vor allem auch sehr teure – Geschäfte aneinander. Prunk und Protz wird hier definitiv groß geschrieben. Ein Highlight in der Weihnachtszeit ist aber in jedem Fall die super tolle Weihnachtsbeleuchtung. Das bringt mein Romantikerherz zum Schmelzen. 😉

BahnhofstraßeDen Silvesterabend haben wir im Restaurant Mère Catherine gefeiert, in dem unser Freund Küchenchef ist. Wenn ihr in Zürich mal richtig gut (allerdings für deutsche Verhältnisse auch gut teuer) essen wollt, kann ich euch das kleine Restaurant in der Altstadt absolut empfehlen. Wir haben hier ein geniales 4-Gänge-Menü genossen. Auf dem Foto seht ihr:

  • Gang 1: Dreierlei Tatar von Aubergine, Avocado und Jacobsmuschel
  • Gang 2: Geräucherte Entenbrust auf Kürbisrisotto mit gebratenen Trauben
  • Gang 3: Rinderfilet in Balsamico pochiert mit getrüffeltem Kartoffelstock und gebratenen Pilzen
  • Gang 4: Trilogie von der Orange – Muffin, Champagnershot und Parfait  *yummie*

4-Gang-MenüUm 23:30 Uhr haben wir uns dann aus dem Restaurant in Richtung Zürichsee gerollt. Was uns dort erwartete kann ich in einem Wort beschreiben: MENSCHENMASSEN.
In Scharen pilgerten Touristen und Einwohner zum See. Ehrlicherweise war mir das alles nicht ganz geheuer. Es gibt ja doch leider immer Leute, die es lustig finden Raketen mitten in der Menge zu starten – aber glücklicherweise hielt sich das in Grenzen. Gelohnt hat sich der Marsch durch die Menge allemal, denn um 0:20 Uhr startete das offizielle Feuerwerk.
So etwas hatte ich noch nicht gesehen! 25 Minuten lang wurde eine Rakete nach der nächsten gestartet – es wollte irgendwie gar kein Ende nehmen! Da haben sich die Schweizer nicht lumpen lassen. Aber seht einfach selbst:

Vielen Dank an Ralf für das leckere Essen und an Sarah für die spontane Mini-Stadtführung. 🙂

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Karina

Karina

Karina ist 30 Jahre alt und lebt in Leipzig.
Tauchen, Reisen und Bloggen sind ihre großen Leidenschaften. Wann immer es möglich ist, erkundet sie die Welt und berichtet auf Zauberhaftes Anderswo von ihren zahlreichen Erlebnissen.
Karina

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