Tauchsafari in Thailand – 5 Tage und 20 tolle Tauchgänge

Dies ist ein Gastbeitrag von Lena von www.pirategirl.de

Zunächst einmal ging es für mich mit dem denkbar schlechtesten Start nach Thailand. Denn meine erste Tauchsafari in Thailand (!) musste ich wegen einer ziemlich hässlichen Denguefieberinfektion um eine Woche verschieben.
Mehr war leider nicht drin, denn das war die letzte Tour, die noch nicht komplett ausgebucht war.
Also kam ich völlig gerädert, immer noch schwach und einfach nur müde in Phuket an.
Falls Du mal in das zweifelhafte Vergnügen des tropischen Fiebers gekommen bist, weißt Du ja wie sich das anfühlt.

Aber nochmal auf Anfang.
Ich arbeite nun seit fast 5 Jahren in der Tauchindustrie. Und so ziemlich jeder, der mir da bisher begegnet ist, hat mir irgendwas von Thailand erzählt. Was dabei an Meinungen geäußert wurde, hätte nicht unterschiedlicher sein können.

Pirategirl auf dem FelsenDie Leute, die ihren OWD (Open Water Diver, also den ersten Tauchschein) dort gemacht haben, waren meistens total begeistert. Die „alten Hasen“ hingegen, äußerten sich eher kritisch. Und dann, dann gibts natürlich noch die absoluten Thailand Fans.
Nur ich war gefühlt der einzige Mensch auf diesem Planeten, der noch nie in Thailand getaucht ist. Also „Allgemeines-Welt-Tauch-Wissen: Zero“ – so kam’s mir zumindest vor.
Um das zu ändern hab ich mir schließlich ein 5 tägiges Liveaboard für die Süd-und Nord- Andamansea sowie die Similian-Islands und Richeleiu Rock gebucht.

Gestatten: die MV Giamani

Als völliger Safari-Neuling vom Angebot recht erschlagen, hab ich mir dann zielsicher eines der teuersten Boote ausgesucht (ich bin einfach ein Trüffelschwein – ich finde immer die teuersten Angebote), das nur Platz für maximal 10 Personen hatte.
Denn das Letzte was ich wollte, war so ein voller Kahn, mit über 40 Tauchern am Start.

Aber als ich vor Ort dann mit nur 3 Gästen (inklusive mir!!!) überrascht wurde, war ich wirklich sprachlos. Manchmal hast Du eben richtig Sonne.

In dieser gemütlichen Runde, ging’s erstmal von Phuket aus `gen Süden, zu den beiden Tauchplätzen Hin Daeng und Hin Muang. Die sollen echt super toll sein – hatte ich mir zumindest sagen lassen. Wegen des schlechten Wetters, konnten wir dort allerdings nicht tauchen. Mist.
Die alternativ Plätze waren jetzt nicht so der Burner, aber was will man machen…Safety first.

Tauchen in Thailand

Von dort aus haben wir uns mit vier Tauchgängen pro Tag in den Norden hochgetaucht. Und für jeden war was dabei. Neben wunderschönen Weichkorallen, gab’s besonders für Makro-Spezialisten (aka Unterwasser-Fotografen) richtig viel zu knipsen. Schnecken, Krebse, Würmer…was man sich eben so an Kleinzeug vorstellen kann.
Ich hab auf dieser Tour meine ersten Seepferdchen gesehen. Sogar in gelb und gleich drei davon. Genau so, wie man sich dieses Fabelwesen vorstellt.
Jupp, es gibt sie wirklich. Nach 5 Jahren ohne Sichtung, hatte ich eigentlich schon nicht mehr dran geglaubt nochmal einige dieser Tiere live sehen zu können.

Seepferdchen

Stonehenge, Strömung und Höhlen

Nun, ich bin allerdings kein allzu großer Makro-Fan. Was ich aber dafür umso mehr mag sind Steine und Strömung. Am Elefant Head Rock ging mir daher so richtig das Herz auf. Der Tauchplatz hat mich spontan an Stonehenge erinnert. Nur mit noch viel mehr Steinen und natürlich unter Wasser. Beim Tauchen hab ich mich ein bißchen wie David vs. Goliath gefühlt.
Ich weiß nicht, ob Du meine Begeisterung für Steine teilen kannst, aber ich war einfach nur unglaublich glücklich, als ich zwischen diesen riesigen, glatten Felsen rumgepaddelt bin.

Total gerockt hat übrigens „Cathedral“. Jaaaa, denn wer Steine mag, der mag meistens auch Höhlen, weißt Du…*hehe*
Der Tauchplatz besteht aus zwei riesigen Räumen, die durch ein Fenster verbunden sind. Und neben den vielen Fischen, die sich da tummeln, besteht ein großer Spass darin, sich zwischen den Fenstern hin und her „schwappen“ zu lassen.
„Nein, ich werde nicht erwachsen – niemals!!!“
Denn Strömung hat es dort eigentlich immer.

Tauchsafari in Thailand

Auf den Spuren Cousteaus: Richelieu Rock

Die letzten beiden Tagen unserer Tauchsafari in Thailand verbrachten wir dann an den berühmten Similian Islands, wo eigentlich jeder Tauchgang besonders war.
Aber am meisten hat mich „Richelieu Rock“ beeindruckt.
Ehrlich gesagt, hatte ich mir lange vorher schon überlegt, was einen „legendären“ Tauchplatz ausmacht. Immerhin wird RR eigentlich fast jedesmal unter den Top Tauchspots der Welt gelistet.
Ich konnte es mir aber nicht so richtig vorstellen.
Aber irgendeinen Grund musste ja geben, dass insgesamt drei Tauchgänge für den selben Platz angesetzt wurden.
Der „Richelieu Rock“ ist eigentlich nicht ein, sondern zwei „Rocks“, die irgendwo mitten im offenen Meer stehen. Es heißt, Jaques Cousteau hätte damals den Tipp von einem Fischer erhalten, dort einmal „nachzusehen“. Tja und dann hat er sich zwei komplette Wochen dort „festgetaucht“. Was ich echt gut verstehen kann. Mich hätte man auch locker zwei Wochen dort tauchen lassen können.

Seestern Tauchen ThailandDenn der Tauchplatz ist einfach nur genial.
Zunächst einmal sind die beiden Felsen komplett mit dunkelrot-pinkigen Weichkorallen überzogen, was einfach schonmal hammermäßig schön aussieht. Und dazwischen und drum herum tummelt sich mal alles was die Andaman Sea so an Unterwasserbewohnern hergibt.
Da muss man nicht nach irgendwas suchen. Einfach nur umsehen reicht. Denn egal wo man hinguckt, überall ist irgendwas Tolles.

ZebramuräneAngefangen bei tausenden Schneckchen, über Sepien, Barrakudas, Schwarmfische, Oktopoden, rund um die zwei „Rocks“ ist die Hölle los!
Abgesehen davon, dass leider auch an der Oberfläche die Hölle los ist, da stauen sich nämlich Safariboote und Zodiacs (eine Boje vor dem Auftauchen zu setzen ist also überlebens-notwendig) war es einfach nur toll und sogar irgendwie „unberührt“ dort unten. Ja, ich weiß, das kann man sich nur schwer vorstellen, aber es war tatsächlich so. Vesprochen.

Versunkene Schätze

Auf dem Rückweg nach Phuket, betauchten wir dann abschließend noch zwei Wracks. Eines davon war das „Teakholz-Wrack“, welches eine sehr lustige Geschichte hat.
Es war nämlich illegal auf dem Weg von Myanmar nach Vietnam, als es während eines Sturmes vor der Küste Khao Laks sank. Seitdem wird nun darüber gestritten, wem die 1200 Tonnen wertvolles Teakholz gehören, die an Bord waren. Bis Thailand sich mit Myanmar und der illegalen Transportfirma aber einigen kann, haben erstmal nur die Taucher was davon.
Das Wrack ist zwar noch ziemlich neu, denn es sank erst 2009 und ist daher noch nicht besonders bewachsen, ist aber trotzdem nicht minder interessant. Auf einer Tiefe von 20-40m kann man um das Schiff herum schwimmen und sich selbst von der guten Qualität der Ladung überzeugen.

Schnecke Thailand

In den 5 Tagen auf der Giamani, habe ich es auf stolze 20 glückliche Tauchgänge gebracht.
Und mir ein Bild vom Tauchen in Thailand verschaffen können. Sowohl die Süd-Andaman Sea, als auch die Nord-Andamansea, die Similian Islands und den berühmten Richelieu Rock habe ich einer genauen Inspektion unterzogen.

Mein Fazit: es hat sich wirklich gelohnt

Das waren zwar nun fast ausschließlich die „High-End“ Tauchplätze Thailands, mit sehr großen Distanzen dazwischen (d.h. ich hab keinen Plan wie es an den touristischen Küsten aussieht), aber wenn ich das nächste mal höre, dass „in Thailand eh alles kaputt getaucht“ sei, werde ich selbstbewusst den Kopf schütteln.

 

Lena Jenal

Blogger at Pirategirl
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Leenah. Piratin / Tauchlehrerin / Reisende / ewig Suchende und Findende / Weltverbesserin / Meersüchtige

Ich blogge und lache auf www.pirategirl.de über meinen Lifestyle zwischen Fischen und Touristen. Denn ich liebe die Freiheit, das Leben, das Meer - und die gute Laune.

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