Die Taucherkessel in Löbejün

Die Taucherkessel in Löbejün gehören zu den beliebtesten Tauchspots in unserer Nähe. Gehört hatten wir vor allem von der tollen Sicht, altem Bergwerkequipment, was es zu erkunden gibt und von Stören, die man hier treffen kann.
Nach einer längeren Tauchpause war es letztes Wochenende nun soweit: tapfer haben wir uns mal wieder in unser Halbtrockentauchanzüge gezwängt und uns in einen deutschen See gewagt. Nach mehreren Tauchgängen im Ozean ist das immer wieder ein kleiner Kulturschock.

Nachdem wir uns an der Tauchbasis angemeldet hatten, sind wir mit dem Auto einen holprigen Sandweg hinauf in Richtung Taucherkessel III gefahren. Dieser liegt am weitesten von der Tauchbasis weg. Unser Tauchbuddy, der bereits öfter in Löbejün tauchen war, hat uns geraten hier hinten anzufangen, da der Boden von Taucherkessel III sandig ist und die Sicht daher nachmittags oft nicht mehr so gut sein soll.

Taucherkessel 3Taucherkessel III

Nach einer kurzen Erkundungstour haben wir schnell beschlossen unser Tauchequipment die steile Natursteintreppe hinab zu tragen und uns erst unten direkt am See anzurödeln.

In den See hinein ging es über eine „Treppe“ die die Felsen des ehemaligen Steinbruchs bildeten. Im See erwartete uns glasklares und vor allem erstaunlich warmes Wasser. Einmal abgetaucht haben wir eine Runde rechts herum um den See getaucht. Als erstes sind uns hier sehr viele recht große Flußkrebse begegnet, die zwischen den Felswänden hockten.

Krebs Taucherkessel 3Krebs 2Schnell wurde uns klar, weshalb der Taucherkessel III auch als „Bergbaumuseum“ bezeichnet wird. Zahlreiche Kipploren gefüllt mit Steinen, Schienen und andere alte Bergbautechnik konnten wir in allen möglichen Ecken des Sees entdecken.

Wagon

Dings unter WaserZurück in der Nähe des Einstiegs haben wir einen alten Bunker gefunden, durch den man sogar hindurch tauchen konnte. Auf dem Bunker: ein uralter Heimtrainer – vielleicht für den Fall, dass sich ein Taucher noch nicht ausgelastet fühlt? 😉

Taucherkessel LöbejünAußer den Krebsen haben wir bei unserem Tauchgang im dritten Kessel kaum Unterwasserbewohner angetroffen. Erst beim Ausstieg sahen wir dann einen kleinen Schwarm Barsche.

Ausstieg Taucherkessel 3Unser Fazit nach dem ersten Tauchgang: eine super klare Sicht, die an die 10m gut rankommt; erstaunlich warmes Wasser; viele Sachen zum Entdecken und Erkunden. Es wurde uns schnell klar, weshalb Löbejün so einen guten Ruf bei Tauchern hat.

Taucherkessel II

Vom Taucherkessel II hatten wir gehört, dass er der See mit der besten Sicht sein soll. Als wir nach dem ersten Tauchgang einen Zwischenstopp in der Basis eingelegt haben, um die Flaschen füllen zu lassen, erklärte uns eine freundliche Frau, dass dieser See mittlerweile 13 Störe beherbergt. Einziges Manko: der Abstieg sei etwas schwierig, bei trockenem Wetter aber machbar. Die Strapazen des Abstiegs seien aber definitiv lohnenswert.

Frohen Mutes sind wir also mit dem Auto wieder den Berg hinauf gefahren, dieses Mal links Richtung Taucherkessel II abgebogen. Als wir dann allerdings die steilen Felswände in Richtung See hinunter blickten, wurde mir bereits etwas mulmig. Nach ein wenig Suchen hatte ich dann auch den Einstieg entdeckt: ein abschüssiger Sandweg führte hinab zum See. Ein dickes Seil war als Abstiegshilfe gespannt. Mein Freund war direkt Feuer und Flamme, für ihn war klar: vorsichtig in etwa 3 Etappen sämtliches Equipment hinab tragen, unten anrödeln und dann rein ins Wasser. Unser dritter Tauchbuddy und ich waren uns allerdings einig: bei 30 °C Außentemperatur hatten wir dazu schlicht und ergreifend keine Lust. Plan B hieß dann also: zurück ins Auto und doch lieber im ersten Taucherkessel tauchen gehen.
Sorry an alle, die jetzt an dieser Stelle auf einen Bericht gehofft hatten…

Taucherkessel I

Der Taucherkessel I liegt direkt neben der Füllstation. Für so “faule” Taucher wie uns, geht es direkt neben den Rödeltischen schön flach und gemächlich ins Wasser hinein. Auch hier sind wir wieder rechts herum an den Außenwänden des Sees entlang getaucht.

Löbejün Taucherkessel 1In direkter Nähe des Einstiegs gab es mehrere Weidenstümpfe im Wasser. Weiter unten sahen wir Blubberblasen anderer Tauche, die vom gefluteten Pumpenhaus kamen. Uns war es dort unten allerdings zu kalt. Wir haben uns bei dem gesamtenTauchgang auf einer Tiefe zwischen 9 und 11m aufgehalten. Entlang ging es daher immer weiter an steilen Felswänden vorbei. Irgendwann hatte ich das Gefühl, wir würden bereits die dritte Runde um den See drehen. Das war zwar nicht der Fall, beschreibt aber den Abwechslungsreichtum, den diese Felswände zu bieten hatten. *hust*

Zwischendrin entdeckten wir immer wieder alte Kipploren. Manchmal auch ein paar Barsche, die sich in den Felswänden versteckten.

Wagons mit Steinen Taucherkessel 1Als wir uns irgendwann wieder gemächlich dem Ausstieg näherten kam dann das Highlight unseres Tauchgangs: ein sehr zutraulicher Stör. Dieser kam bei einem meiner Tauchbuddys bis zum Handschuh heran und schwamm einige Runden um uns herum. Dabei sind so einige schöne Bilder entstanden.

Stör Taucherkessel 1 Taucherkessel Löbejün Stör Close-UpBeim Sicherheitsstopp am Ausstieg verabschiedeten uns dann noch einige Barsche. Auch wenn mir zwischendrin vielleicht etwas langweilig wurde – der Tauchgang war dennoch sehr schön. Dies war vor allem auch der guten Sicht geschuldet.

Fisch LöbejünIn größeren Tiefen des Sees befinden sich übrigens ein Boot und ein Flieger zum Erkunden. Wer also einen Trockentauchanzug hat, oder nicht so eine Frostbeule ist wie wir, kann in diesem Taucherkessel deutlich mehr Sachen entdecken.

Taucherkessel Fisch

Die Tauchbasis

Seit 2007 ist Klaus Diersch Betreiber der Tauchbasis in Löbejün. Wir wurden super freundlich empfangen. Die Anmeldung ging schnell und unkompliziert über die Bühne. Für 7 Euro Tagesgebühr konnten wir den ganzen Tag an den Taucherkesseln tauchen.

Unsere Flaschen wurden in Null-Komma-Nix gefüllt. So schnell hab ich das auch noch nie erlebt. Die Kosten für die Füllung lagen bei 6 € für meine 10l Flasche und 7 € für die 12l Flasche meines Freundes.

Die Dixi-Klos an der Tauchbasis waren sauber und mit ausreichend Papier bestückt.
Rödeltische waren am Taucherkessel I vorhanden, teilweise sogar überdacht.
Essen und Trinken gibt es an der Basis nicht und sollten daher selbst mitgebracht werden.

Wir waren mit der Tauchbasis vollauf zufrieden und haben uns hier sehr wohl gefühlt. Mehr Infos zur Anfahrt, sowie Unterwasserpläne für die Seen und Preise findet ihr hier: www.taucherkessel.com

Taucherkessel 1 LöbejünWard ihr schonmal in Löbejün tauchen? Was sind eure Erfahrungen?

Karina

Karina

Karina ist 30 Jahre alt und lebt in Leipzig.
Tauchen, Reisen und Bloggen sind ihre großen Leidenschaften. Wann immer es möglich ist, erkundet sie die Welt und berichtet auf Zauberhaftes Anderswo von ihren zahlreichen Erlebnissen.
Karina

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