Stockholm – ein Wintermärchen

Nachdem ich euch letztens erst meine jetzige Heimatstadt vorgestellt habe, wird es höchste Zeit, dass ich euch meine vorherige Heimatstadt zeige: Stockholm.
Ich gebe zu: so kurz vorm Winter haben vermutlich noch nicht allzu viele von euch darüber nachgedacht, ausgerechnet in die schwedische Hauptstadt zu fahren. Bei mir ist es jetzt schon fast 2 Jahre her, dass ich diese wunderschöne Stadt das erste Mal gesehen habe. Es war Dezember, es war schweinekalt, es war viel zu schnell dunkel – und trotzdem konnte mich nichts und niemand davon abhalten, diese Stadt sofort in mein Herz zu schließen.
Hier kommen daher nur für euch meine persönlichen Highlights für Stockholm im Winter!

Stockholm WinterBevor wir unsere kleine Stadttour starten, ein paar wichtige Informationen vorweg:

  • Stockholm im Winter ist kalt. Schweinekalt. Ich lege daher jedem mutigen Stockholm-Winter-Urlauber ans Herz: zieht euch warm an. Zwiebeltechnik ist definitiv “In”. Mit durchgefrorenen Füßen macht keine Stadt so richtig Spaß.
  • Ein Nachteil von Stockholm im Winter ist definitiv, dass es einige Attraktionen gibt, die schlicht und ergreifend nur im Sommer aufhaben. Der Spaßpark Gröna Lund ist geschlossen, auf den Turm des Stadshusets kann man nicht hoch, viele Museen schließen ein wenig eher… aber keine Panik, es gibt trotzdem genug zu tun.
  • Was mir vor meinem ersten Besuch im winterlichen Stockholm auch gar nicht so bewusst war: im Winter ist es dort ganz schön dunkel. Stellt euch also darauf ein früh aufzustehen, um die paar hellen Tagesstunden zu erwischen. Die ganz genauen Uhrzeiten habe ich nicht mehr im Kopf, aber gefühlt war’s im Dezember grad mal von 9-15 Uhr hell. Es gilt also: der frühe Vogel sieht auch was von Stockholm. 😉

Stadtshuset

Stadshuset StockholmDas Stockholmer Stadshuset (Rathaus) ist meiner Meinung nach einen Ausflug wert. Nicht nur ist hier der Sitz der Stadtregierung und des Stadtparlaments – alljährlich findet in der blauen Halle das Festessen zur Vergabe des Nobelpreises statt. Bei einer Führung dBlaue Halleurch die ehrwürdigen Hallen könnt ihr die Regierungsräume bewundern, seht die blaue Halle und lernt etwas über die Hochzeitskapelle. (Als Frau muss ich hier ganz kurz erwähnen: die Kapelle ist zwar sehr schön, aber heiraten würde ich hier nicht wollen – laut Auskunft des Tourguides finden Hochzeiten hier nämlich im 10-Minuten-Takt statt. Rein – Ja-sagen – raus und beim Rausgehen bloß nicht über die nächste Hochzeitsgesellschaft stolpern. *grusel*) 

Mein Highlight im Stadshuset ist aber definitiv der Goldene Saal. Sämtliche Wände dieses Saals sind mit goldenen Mosaiken verziert. Als Besucher hat mich dieser riesige Raum erstmal erschlagen. Nimmt man sich aber die Zeit sich einfach mal hinzusetzen und diese Kunstwerke an der Wand auf sich wirken zu lassen, ist es einfach nur faszinierend.

GoldmosaikGamla Stan & der WeihnachtsmarGamla Stankt am Stor Torget

Gamla Stan ist die auf einer der zahlreichen Inseln gelegene Altstadt von Stockholm. Die kleinen Gässchen mit den teils schiefen alten Häusern bezaubern zu jeder Jahreszeit. Doch wenn im Winter dann auch noch Schnee liegt, wird auf Gamla Stan ein echtes Wintermärchen wahr. In einem der zahlreichen Cafés kann man warmen Apfelkuchen mit Vanillesoße genießen. Und wer sich von Stockholm noch ein paar Souvenirs mitnehmen möchte, wird hier in einem der zahlreichen kleinen Läden definitiv fündig.

Ein weiteres Highlight auf Gamla Stan ist der Weihnachtsmarkt auf dem Stor Torget (dem großen Hauptmarkt). Dieser ähnelt stark den deutschen Weihnachtsmärkten und mit einem schönen heißen schwedischen Glögg (Glühwein), wird’s auch von innen ganz schnell wieder warm.

Kungliga Slottet & Spaziergang am Wasser

Groß und protzig liegt es mitten auf der Stockholmer Altstadtinsel: das schwedische Schloss. Von außen ist es zugegebenermaßen nicht sonderlich schön. Wer sich aber für die schwedische Monarchie interessiert oder aber generell gern in alten Schlössern durch die Räume streift, der sollte definitiv an einer Tour durch das Schloss teilnehmen.
Das königliche Schloss von Stockholm wird von der Königsfamilie zwar nicht mehr als Wohnsitz genutzt, allerdings befinden sich hier die Büros von König Carl Gustav XVI. und anderen Mitgliedern der Königsfamilie. Des Weiteren wird es genutzt, um hochrangige Staatsgäste zu begrüßen (u.a. soll bereits der deutsche Bundespräsident Gauck in den Genuss gekommen sein, in einem der vielen Gästezimmer dort übernachten zu können).

Kungliga SlottetIch muss ja ganz ehrlich sagen: ich finde es absolut spannend, was für eine Rolle die Königsfamilie für die Schweden spielt. Für mich kommen Könige und Prinzessinnen schon lang nur noch in Märchen vor – in Schweden werden noch Salut-Schüsse abgegeben, wenn ein neuer Thronerbe geboren wird. 😉

Eine echte Touristenattraktion ist die tägliche Wachablösung vorm Schloss. Mit Musik, der königlichen Reitgarde und viel Tam-Tam werden die Wachposten abgelöst. Wer das Bad in der Menschenmenge genießt, kann sich dieses Spektakel angucken. Allerdings fand ich es ähnlich (un-)spektakulär wie den Wachwechsel vorm Buckingham Palace in London.

Nach dem Besuch im Königlichen Schloss lohnt sich in jedem Fall ein Spaziergang entlang des Ufers in Stockholm. Wenn es so richtig knackig kalt ist, ist der Mälarensee teilweise zugefroren. Was man dann noch erkennen kann, sind die Eisschollen, die von den durchfahrenden Schiffen zerbrochen wurden. Ein herrlicher Anblick!

Stockholm im Winter 5Vasa Museum

Als ich das erste Mal vom Vasa-Museum gehört habe, hatte ich die gleiche Assoziation, wie vermutlich viele (deutsche) Touristen. Um Missverständnisse direkt aus dem Weg zu räumen: auch wenn wir in Schweden sind, geht’s im Vasa Museum nicht um Knäckebrot. 😉

Vasa Museum
Rechts: Das Vasa Museum / Links: Das Nordische Museum

Vielmehr könnt ihr hier das Kriegsschiff “Vasa” und dessen Geschichte bewundern – und letztere ist wirklich einzigartig. Bereits bei ihrer Jungfernfahrt 1628 versank die Vasa noch im Hafen von Stockholm, angeblich weil zu viele Kanonen auf das Schiff geladen wurden. Vom Schlamm des Mälarensees liebevoll konserviert wurde das Schiff in den 1960er Jahren geborgen und ist  noch sehr gut erhalten. Im Vasa-Museum könnt ihr auf mehreren Ebenen das 34m-hohe Schiff erkunden. Ich fand es absolut beeindruckend diese Baukunst zu sehen und mir vorzustellen, wie wohl das Leben auf so einem Kriegsschiff war.

The Wasa from the BowÜbrigens hörte ich das Gerücht, dass dieses Schiff das Vorbild zur “Black Pearl” aus “Fluch der Karabik” sein soll… ob das wohl stimmt? Ich habe keine Ahnung. Aber wenn man sich die Vasa so anschaut, könnte es gut möglich sein…

Schlittschuhlaufen im Kungsträdgården

Zum perfekten sportlichen Abschluss eines Wintertages in Stockholm empfehle ich euch einen Besuch im Kungsträdgården. Hier wird alljährlich in der Winterzeit eine Schlittschuhbahn aufgebaut. Im Dunkeln schön beleuchtet und mit fröhlicher Musik beschallt, kann man hier mitten in der schwedischen Hauptstadt seine Bahnen ziehen und so den Tag ausklingen lassen.

Und? Wie schaut’s aus? Habe ich euch dazu gebracht die Koffer zu packen oder graut es euch grad vor Kälte und Schnee? Also ICH hab ja grad ein wenig Fernweh nach meiner alten Heimat…

P.S.: Ich kann es gar nicht abwarten, dass endlich Frühling ist und ich euch Tipps für Stockholm im Sommer geben kann… *freu*

Und weil’s so schön zum Thema passt, ist dieser Artikel auch gleich noch mein Beitrag zum Reiseblogger Fotoessay im Dezember von Travelworld Online. Klickt den Link für noch mehr winterliche Reiseberichte! 🙂

Karina

Karina

Karina ist 30 Jahre alt und lebt in Leipzig.
Tauchen, Reisen und Bloggen sind ihre großen Leidenschaften. Wann immer es möglich ist, erkundet sie die Welt und berichtet auf Zauberhaftes Anderswo von ihren zahlreichen Erlebnissen.
Karina

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