Life is better when you surf

„Karina! Jump!“ „Now!“ „Come on!“ “Padel, padel…” “NOW!”

Hinter mir höre ich die Anfeuerungsrufe von Gala – meiner Surflehrerin. Ich schwinge mich also aufs Brett, Füße zusammen, nicht zu weit vorne liegen und versuche die Balance zu halten, während von hinten die Welle immer näher kommt. Jetzt paddeln, so wie wir es vorhin noch trocken am Strand geübt haben. Dann spüre ich schon den „Push“ der Welle (wie Gala sagen würde), doch noch ehe ich die Hände so positioniert habe, dass ich aufstehen könnte, reißt es mir das Board unterm Körper weg und ich lande – wie schon so oft in den letzten Tagen – im Wasser neben dem Surfbrett. Da lag ich wohl mal wieder zu weit vorn… Macht nix. Schnell schnappe ich mir mein Board, sortiere die Leash (also die Schnur, die mich und mein Board verbindet) und kämpfe mich kurz später wieder durch die Wellen.

El CotilloSurfen – also Wellenreiten – ist so ein Sport, über den ich vorher noch nie nachgedacht hatte. Völlig unvorbehalten stand ich da also an meinem ersten Tag vorm Surfcamp und hatte das erste Mal in meinem Leben dieses riesige Board in den Händen. Der Sport begann für mich vom Prinzip her schon in dem Moment, in dem ich das Board zum Strand tragen durfte, wobei es mir durch den ordentlich starken Wind mehrmals fast aus der Hand rutschte. Bei meiner unwahrscheinlichen Körpergröße (wer mich kennt weiß, dass neben mir quasi ALLES riesig ist), hatte ich da echt zu kämpfen…

Nach ein paar lockeren Aufwärmübungen, bestätigt ein kleiner Test von Gala, was sie vorher schon vermutet hat: ich bin Goofy. Nein… wir haben keine lustigen Rollenspiele aus Entenhausen eingeübt. Goofy heißt nichts anderes, als dass ich für den – recht unwahrscheinlichen – Fall, dass ich auf dem Board stehe, das rechte Bein vorne habe. Ergo: die Leash gehört bei mir ans linke Bein.

Warm UpAnschließend zeigt sie mir kurz theoretisch, wie das mit dem Wellenreiten funktionieren sollte. Ganz wichtig dabei natürlich: das Aufstehen. Hätte ich gewusst, dass man dafür jedes Mal in den Liegestütz gehen muss… ich schwöre, ich hätte es vorher mehr geübt. Da ich das aber nicht wusste, habe ich mich bereits kurze Zeit später eher wie ein Wal gefühlt, als ich mich zum etwa 20. Mal versucht habe aufs Board zu schwingen bzw. zu hiefen.

Surfen FuerteventuraSurfen ist echt anstrengend. Und surfen macht unglaublich viel Spaß. Es war schon immer ein Kraftakt sich gegen die Wellen ins Wasser zu kämpfen. Oft ist es auch passiert, dass ich an den ersten zwei Wellen relativ gut vorbei gekommen bin, nur um dann von der dritten komplett mitgerissen und wieder an den Strand gespült zu werden. Aber ich hab mich selten so lebendig gefühlt, wie beim Surfen. Das Salzwasser brannte in meinen Augen – und kitzelte auch hinten am Gaumen, weil ich davon so unwahrscheinlich viel geschluckt hatte. Die Sonne schien auf mich herab und es war mir völlig egal, wie oft ich ins Wasser gefallen bin, weil dieses Gefühl mit den Wellen zu kämpfen einfach so unfassbar gut war.

Einmal Wachs bitte Strand El CotilloUnd…! Obwohl ich in den 4 Tagen Surfkurs vermutlich maximal 5mal tatsächlich auch dem Board stand, gibt es unglaublicherweise ein Beweisfoto davon. Ich hatte mich seelisch und moralisch schon darauf eingestellt, dir nur Fotos zu zeigen, auf denen ich neben, unter, hinter…. dem Board bin. Aber da hatte ich einfach Glück, dass jemand im richtigen Moment auf den Auslöser gedrückt hat.

Ich auf dem BoardZum Surfen war ich mit Planet Surfcamp unterwegs. Surfkurs war immer von Montag bis Freitag, ca. 4 Stunden (inklusive Surfboards zusammen packen, zum Spot fahren, etc.) Effektiv waren wir immer so grob 1,5-2 Stunden im Wasser. Die Surfkurse fanden jeden Tag zu anderen Zeiten statt – je nachdem, wie die Zeiten für Ebbe und Flut waren. Aufgeteilt wurden wir nach Erfahrung in Anfänger und Fortgeschrittene. Nach dem Surfen haben wir meistens noch einen Zwischenstopp bei einem Bäcker gemacht. Glaub mir, es gibt nichts besseres als einen Kaffee und ein ultra-leckeres Mini-Törtchen vom spanischen Bäcker um die Ecke, direkt nach dem Surfen. *verliebtes Grinsen*

Das Surfcamp selbst befand sich in einer kleinen Anlage mit weißen Villen in Corralejo im Norden von Fuerteventura. Es herrschte dort entspannte Hostel-Atmosphäre. Vor allem nachmittags nach dem Kurs haben wir es uns meistens nur noch auf der Terasse gemütlich gemacht. Erst abends sind wir nochmal ins Städtchen gelaufen, um uns dem nächsten kulinarischen Highlight – leckeren Tapas – zuzuwenden und den Abend so gemütlich ausklingen zu lassen.

Planet Surfcamp Chill Out Planet SurfcampMein Fazit zum Surfcamp

Wenn du zwischen 20 und 35 Jahre alt bist, Lust hast Surfen zu lernen und keine hohen Ansprüche an die Unterkunft stellst, bist du bei Planet Surfcamp gut aufgehoben. Dort wohnt man in 4-7 Bett-Zimmern. Die Küche wird von den ca. 20-25 Surfern gemeinschaftlich geteilt. Einmal die Woche gibt es einen gemeinsamen Grill-Abend und ab und an auch einen Abend an dem gemeinsam Surf-Filme geschaut werden. Ich war erstaunt, wie viele Leute dort allein hingereist sind. Für mich war diese Konstellation perfekt und ich habe mich sehr gefreut, so viele tolle Menschen kennen zu lernen.

Das Surfen an sich war der Hammer. Ich bin zugegebenermaßen nicht wirklich gut darin. Aber… mein Masterplan steht schon: ich fahre einfach demnächst mal wieder in ein Surfcamp. Da werde ich dann behaupten, dass ich noch NIE so ein Board in den Händen hatte. Und wenn ich es danach immer noch nicht kann, fahre ich einfach ins nächste Surfcamp…

Eins steht für mich fest: Life is better, when you surf.

Life is better when you SurfVielen Dank für diese tolle Woche und die Unterstützung von Planet Surfcamps. Meine eigene Meinung und Erfahrung bleibt selbstverständlich davon unberührt.

Karina

Karina

Karina ist 30 Jahre alt und lebt in Leipzig.
Tauchen, Reisen und Bloggen sind ihre großen Leidenschaften. Wann immer es möglich ist, erkundet sie die Welt und berichtet auf Zauberhaftes Anderswo von ihren zahlreichen Erlebnissen.
Karina

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