Mit dem Kajak auf dem Zürichsee paddeln

Heidi nimmt dich in ihrem Gastbeitrag mit auf den Zürichsee – im Kajak.
Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade “Auszeit am See” von Family Escapes teil.

Mal ganz anders auf dem Zürichsee unterwegs sein? Dann rein ins Kajak! 🙂
Anstatt mit einem Motor- oder Segelboot, einem Tretboot oder per Stand up Paddling, habe ich mir das Kajak ausgesucht, um den Zürichsee zu erkunden. In diesem Gefährt geht es sportlich, mit eigener Muskelkraft auf dem Wasser voran. Und du kannst die Hektik des Alltags hinter dir lassen.

Der Ausgangspunkt für meine Zürichsee-Tour war der Schiffsanleger in Pfäffikon SZ. Es gibt dort zwei große Parkplätze. Der eine ist über die Rathausstraße zu erreichen, hat aber nur eine maximaler Parkdauer von zwei Stunden. Deswegen habe ich den zweiten gewählt, der an der Unterdorfstraße liegt. Dort kannst du nämlich vier Stunden parken. Das war perfekt für die Kajak-Tour, die für drei bis vier Stunden angesetzt war.

Ich habe kein eigenes Kajak und mal abgesehen davon, bin ich mit dem Flieger in die Schweiz gereist. Das hätte den Transport von dem doch sehr großen Hartschalen-Kajak reichlich kompliziert gemacht . Also woher das Kajak nehmen? Die Antwort ist einfach: von Conny (www.kajaktouren.ch). Ich habe ihre Website bei meiner Suche nach einer Kajak-Vermietung gefunden. Denn eigentlich dachte ich, kann ich doch auch alleine darauf los paddeln. Ich bin aber heilfroh, dass Conny mir die geführte Tour angeboten hat. Sie hat beim Ein- und Aussteigen geholfen, uns erklärt wie man überhaupt sinnvoll paddelt und worauf wir sonst auf dem See noch achten müssen. Zusammen mit einem Freund hatte ich sie und ihre Tipps ganz für mich allein. So sind wir zu dritt auf den Zürichsee gepaddelt. Aber zuerst musste ich mich natürlich noch einkleiden. 🙂

Zu der Ausrüstung beim Kajak fahren gehörte bei sonnigem Wetter eine Schwimmweste, eine Jacke die vor Spritzwasser schützt und eine Spritzdecke. Die Spritzdecke wird über den Einstieg im Kajak gespannt, so bleibst du in der Regel trocken. Schuhe, die nass werden dürfen, sollten aber unbedingt dabei sein. Ich hatte einfach meine FlipFlops an. Schließlich geht es auch mal beim Ein- oder Ausstieg daneben. 😀 Da ich die Sonne im Gepäck hatte, durfte auch eine Sonnenbrille und Sonnencreme für das Gesicht nicht fehlen. In einen wasserdichten Packsack ist dann noch Platz für Ersatzkleidung, Portemonaie, Handy und eben was du sonst noch so auf die Tour mitnehmen möchtest.

So schaut das Ganze aus, wenn es noch eingepackt ist.schweiz-kanu-klamotten

Und so ausgepackt: na wenn das mal nicht stylisch ist. Die Ausrüstung von Conny war wirklich in einem absolut neuen Zustand und sah super aus. Nicht, dass das so ausschlaggebend für mich wäre, aber das Auge paddelt mit…. 😉

schweiz-kanu-angez

Dann ging es endlich los! In Päffikon SZ am Schiffsanleger lässt es sich bequem einsteigen. Es ist zumindest nicht mehr ganz so wackelig, wenn das Kajak halb auf dem Steg und halb im Wasser liegt.

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Nun geht es aber los. Zunächst sind wir in den Obersee gefahren. Der Zürichsee ist rund 28 km lang und mit dem Obersee zusammen ganze 42 km. Der Weg vom Anleger in den Obersee führt direkt an gelben Bojen vorbei. Diese kennzeichnen das Naturschutzgebiet. Egal ob mit oder ohne Motor, das Naturschutzgebiet ist für die Vögel da und daher solltest du dich immer auf der Seeseite der Bojen aufhalten. Tatsächlich fühlen sich die Vögel dort scheinbar pudelwohl. Du kannst so einige Arten beobachten.

Wenn es unter der Brücke des Seedamms hindurch auf den Obersee geht, dann immer Obacht auf die anderen Wasserteilnehmer geben. Neben einem Motorboot kam ich mir schon etwas hilflos vor – so schnell kann ich nicht paddeln, noch nicht. 🙂 Schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass rund 12.000 Segel-, Motor- und Ruderboote für den Zürichsee zugelassen sind. Auf dem sonnigen Samstagnachmittag waren zwar nicht alle unterwegs, aber es haben viele das traumhafte Wetter für eine Bootstour genutzt.

Was für eine tolle Kulisse: der blaue See, der sonnige Himmel mit seinen Mini-Wolken und die Schweizer Berge im Hintergrund.Kajak Zürichsee

Auf dem Obersee angelagt, steuerten wir das Bug zu dem Ort Rapperswil-Jona. Er liegt an der sogenannten Goldküste des Sees. Wer auf der Seeseite wohnt, bezieht ein eher höheres Einkommen und kann sich daher auf der Sonnenseite einen Platz leisten. Die andere Seite ist dann eben nur die Silberseite. Dort verlaufen zudem am See entlang auch noch Bahnschienen mit regelmäßigem Zugverkehr.

Rapperswil glänzte dann auch tatsächlich in der Sonne. Für mich war an diesem Tag der traumhafte Blick vom See auf das Schloss und die nebenstehende Kirche reserviert. Die Seepromenade an Land sah auch sehr einladend aus, aber den Blick vom Kajak kann definitiv nicht jeder Besucher genießen.

schweiz-kanu-rapperswil

Vorbei an Tretbooten, Wakeboard-Booten und Stand-Up-Paddlern mit Hund, verlief die Route weiter zurück auf den Zürichsee hin zu den beiden größten Inseln. Insgesamt gibt es nur drei Inseln. Eine davon ist so mini-klein, dass sie meist nur liebevoll Inseli genannt wird. Sie heißt Schönenwerd. Wird man darauf schöner? Ich konnte es leider nicht testen. Aber ich habe mir sagen lassen, das es einfach nur “schöne Insel” bedeutet. 😉 Wir haben die Insel nicht besucht, sie liegt von Pfäffikon ca. 5 km in Richtung Zürich, also nicht auf unserer Route.

Die weitere Insel auf dem Zürichsee heißt Lützelau. Auf ihr gibt es ein Restaurant und sogar einen Zeltplatz. Vom Wasser aus sieht die Insel sehr grün aus. Natur pur schätze ich, und das besonders für die Zeltbewohner in der Nacht. Die Insel kann mit dem Wassertaxi angesteuert werden, aber natürlich auch mit dem eigenen Boot.

Wir drei Kajak-Paddler haben Kurs auf die Insel Ufenau (auch Ufnau) genommen. Mit voller Kraft voraus bin ich losgepaddelt, das Eis und ein Glas Most (also Apfelsaft) haben mich schon von weitem gerufen. Die Insel gehört zum Kloster Einsiedel. Es gibt auch dort ein Restaurant. Gerade vor uns hat eines der Fährschiffe am Anleger fest gemacht. Es geht also auch ohne eigenes Boot oder Kajak nach Ufenau.

schweiz-kanu-anleger-ufenau

Mit dem Kajak geht es aber viel entspannter und vor allem unabhäniger nach Ufenau und wieder zurück. Hier der Blick vom Anleger hinauf zur Insel.

schweiz-kanu-ufenau-anleger

Bevor aber der Anleger in Sicht war, habe ich erstmal nur Bäume gesehen. Denn von der Seeseite aus lassen die Bäume Ufenau in prächtigem Grün erstrahlen. Und dann startet das große Rätselraten: von irgendwo her kommt Glockenläuten. Die Insel ist eine Kloster-Insel, aber die Glocken läuteten so unregelmäßig und durcheinander, seltsam. Und zu Recht kam es mir spanisch vor, denn was läutet auf der Insel? Tatsächlich sind es die Glocken der Kühe. Das hatte ich nicht erwartet. 🙂

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Dies ist der Blick auf die Weinreben und direkt dahinter den Weg hinauf laufen die Kühe mit ihren Glocken. Es lohnt sich also vom Restaurant auch mal einen Spaziergang zu starten.schweiz-kanu-ufenau

Leider neigte sich die Kajak-Tour dann dem Ende zu. Von Ufenau waren es ca. 10-15 Minuten zurück zum Anleger nach Pfäffikon SZ. Nur beim Aussteigen sind meine Füße dann doch etwas nass geworden, das war aber auch ganz schön wackelig. 😉 Und schon liegen die Kajaks auf dem Trockenen.schweiz-kanu-trockendockMein Fazit: Kajak fahren ist grundsätzlich nicht schwer. Nur die richtige Technik muss ich nochmal üben. Wie war das? Das Paddel ins Wasser stechen, aber nur bis knapp auf Hüfthöhe. Und wie gleichmäßig paddeln? Ich bin Rechtshänder, also habe ich dort auch mehr Kraft beim Paddeln. Es sollte natürlich die Waage halten, sonst fährst du irgendwann im Kreis. 😉 Übung macht den Meister. Es ist daher nicht das letzte Mal, dass ich mit dem Kajak aktiv auf Reisen bin.

Das Wasser ist doch nichts für dich? Dann leih dir in Zürich kostenlos ein Fahrrad aus. In der Schweiz heißt das Fahrrad übrigens Velo. Das Ausleihen ist super einfach. Du legst an einer der Verleihstationen deinen Ausweis vor und bringst 20 CHF als Pfand mit, suchst dir ein Rad (Damen-, Herren-, Kinder- oder Rennrad) aus und auf geht es. Wohin du willst. Nur nicht zu weit, denn bis 21 Uhr musst du das Velo wieder zurück bringen. Ich habe mir ein Rennrad bei der Station am Bürkliplatz (erst ab Mai offen) geliehen und bin damit am Zürichsee entlang gefahren. Die Aktion nennt sich Züri rollt (für Infos klicken).

schweiz-rad-zuerich

Einen durchgehenden Rad- und Wanderweg direkt am Zürichsee gibt es nicht. Es stehen viele Häuser direkt am See. Du kannst auf der Straße fahren und ab und zu gibt es öffentliche Zugänge, damit du einen Blick über den See werfen kannst.

Da es nicht mein letzter Besuch in der Schweiz war: Hast du noch Tipps, was ich das nächste Mal in Zürich und Umgebung erleben kann?

Heidi

Heidi

Heidi lebt im Norden Deutschlands. In ihrer Freizeit steht sie gern auf dem Wakeboard oder geht zum Yoga. Auf Zauberhaftes Anderswo schreibt sie regelmäßig Gastbeiträge über ihre Reisen.
Heidi

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