Istanbul – für immer dein…

…okay, „für immer dein“ ist womöglich übertrieben, aber Istanbul ist sowohl historisch als auch modern, eine Millionen-Stadt mit vielen Facetten. Sie hat es in sich und schafft es dich für sich einzunehmen. Asiatisch, europäisch, offen, verschlossen, sonnig, regnerisch – lebendig und manchmal auch ruhig.

Bremen – Istanbul Direktflug. Meine drei Tage in Istanbul waren entspannt – trotz des heißen Wetters, denn kaum das Hotel verlassen, findest du dich schwitzend auf der Straße wieder. Was mich nach Istanbul verschlagen hat? Ein Freund hat geheiratet, in einer Location direkt an der Marina des Stadtteils Bakirköy – traumhaft schön, sag ich nur. Den Anlass habe ich genutzt, um mit einigen Freunden einen Städte-Trip zu machen.

Die Feier fand in Bakiröy statt, daher haben wir auch unser Hotel dort gebucht. Wir waren im klimatisierten “Rawda Hotel Bakirkoy”. Die Zimmer waren modern eingerichtet, die Klimaanlage funktionierte und das Hotel liegt nahe der Hauptstraße in einer Seitengasse. Mir hat es dort gefallen.

Die meisten Urlauber wird es aber wohl eher in die historischen Viertel rund um Sultanahmed führen, aber es lohnt sich auch mal woanders zu starten. An dieser Stelle ein Tipp: die Tram-Station Bakirköy sieht derzeit aus wie auf dem Foto unten: verlassen und ausgestorben. Sie sollte von einem Unternehmen erneuert werden. Leider ist es Pleite gegangen und die Schienen sind einfach nicht vorhanden.

tramstation-bakirkoyDie nächste Metro-Station ist Bakirköy-Incierli (Linie M1). Der Weg dorthin dauert zu Fuß ca. 20-25 Minuten. Es fahren aber auch kleine Busse entlang der Hauptstraße dorthin. Eine Fahrt kostet ca. 1,70 TL pro Person. Gezahlt wird direkt beim Fahrer, am besten passend mit Kleingeld. Die Busse halten entlang der Hauptstraße nicht nur an Haltestellen, so können die Fahrgäste einfach zusteigen. Wer keine Lust auf einen Mini-Bus hat, der fährt einfach Taxi. Das ist günstiger als in Deutschland.

Raus aus Barkiröy – hinein in die Altstadt (Richtung Yenikapı). Die Fahrt dauert rund eine halbe bis dreiviertel Stunde. Die Fahrtzeit liefert einen ersten Eindruck wie groß Istanbul ist – und das nur auf der europäischen Seite.

Der Taksim-Platz hat eine eigene Metro-Station (Umsteigen in Yenikapi von der Linie M1 in die M2). Der Taksim Gezi Parkı ist rund 3,8 ha groß und mit Bäumen und Bänken gespickt. Wie dort Unruhen und Proteste stattfanden, kann ich mir auf dem quirligen Platz und dem schattenspendenden Park nicht vorstellen.

Auf dem Taksim-Platz gibt es eine Statue, die Cumhuriyet Anıtı (das Denkmal der Republik). Rund um diese sind kleine wie vom Meer gerundete Steine gepflastert. Wow, da kommt mir sofort der Gedanke, wie mühselig das Verlegen gewesen sein muss. Ich finde aber, es hat sich gelohnt und mich hat es beeindruckt. Schaut es euch einfach selbst an.

Auf dem Taksim-Platz wird fleißig gebaut. Auf dem Foto ist die Statue direkt hinter dem Baustellen-Lkw. 😉

taksim-platz-statueVom Taksim-Platz immer der Nase nach zum Galata-Turm. Der erste Teil des Weges dahin führt über eine belebte Fußgängerzone, die Straße Istiklal Caddesi im Stadtteil Beyoglu.

fussgaengerzone-istanbulLass dich nicht von der historischen Tram überrollen. Sie fährt durch die Einkaufsstraße zwischen Tünel- und Taksim-Platz. Auf dem nächsten Bild steht die Tram for dem Galatasaray-Gymnasium, dem Galatasaray Lisesi. Es liegt ungefähr in der Mitte der Tram-Linie. Es wirkt abweisend und erhaben über seine Umgebung mit dem Zaun und dem großen Eingangstor.

Galatasaray-GymnasiumDu kannst zunächst den Tram-Schienen folgen, dann bist du schon auf dem richtigen Weg zum Galata-Turm. Ich empfehle dir aber unbedingt die Strecke zu laufen und auch mal links und rechts in die kleineren Straßen abzubiegen. Und vor allem entdeckst du auf dem Weg allerlei süße, türkische Köstlichkeiten, die nur auf dich warten.

istanbul-suessesNun aber zum Galata-Turm. Da steht er vor mir: steinern, alt und von unten ganz schön hoch.

galataturmEr ist einer der ältesten Türme und war früher (um 528) aus Holz und fungierte als Leuchtturm. Der Eintritt beträgt 25 TL. Mit rund 67 Metern Höhe hat man von hier aus einen wunderbaren Rundumblick. Zunächst geht es mit einem Fahrstuhl hinauf und ich war ein wenig enttäuscht, weil ich doch Treppen erwartet hatte – aber das letzte Stück war dann doch über Stufen zu bewältigen. Es ist dort oben zwischen Balustrade und Geländer eng, aber es ist auszuhalten. So weit das Auge reicht, haben wir vor allem eins gesehen: Häuser. Istanbul ist wirklich gigantisch groß.

galata-hauserLass deinen Blick nicht nur in die Ferne, sondern auch über die naheliegenden Häuser und Dächer gleiten, dann entdeckst du die ein oder andere traumhaft ausgebaute Dach-Terrasse.

Gerade liegt am Anleger ein Kreuzfahrtschiff – sehr schön vom Turm zu sehen.

Galata-hafenHäuser – so weit das Auge reicht.

Bei dieser Aussicht vom Galata-Turm siehst du die Metro Station Haliç, zwischen den Stadtteilen Fatih und Beyoğlu. Wo jetzt? Ja, genau, sie liegt mitten auf der linken Brücke über das Goldende Horn. Es gibt sie erst seit Februar 2014.

galata-halicstationUnd genau so findest du neue Ziele, einfach schauen und anvisieren. 😉 Nun heißt es den Weg dorthin auf den Boden zu finden. Das klappt aber gut. Und nur über kleine Umwege bekommst du noch mehr Einblick in die Metropole Istanbul.

Am Fuß der Rolltreppe zur Metro-Station Haliç (Linie M2) sind freiliegende, alte Mauern sichtbar. Sie stammen von der İstanbul Surları (Theodosianische Landmauer, nach dem Kaiser Theodosius II. benannt). Erbaut wurde sie um die Goten und Hunnen vor dem Eindringen ins Land zu hindern. Das war Anfang des 5. Jahrhunderts. So wirklich etwas gelesen habe ich im Vorfeld darüber nicht, und es scheinen auch schon Teile der Bauer der Stadtplanung geopfert worden sein. Auch von uralten Osmanischen Gärten hab ich jetzt erst im Nachhinein erfahren– die sind aber der Stadtplanung gewichen. Sehr schade…

galata-surlariEine weitere Brücke über das Goldene Horn ist die Galata-Brücke. Sie ist die erste Brücke, die man auf dem Wasserweg vom Bosporus aus passiert. Am Anleger von Karaköy, ein Teil des Stadtteils Beyoğlu, unweit der Galata-Brücke starten viele Fährschiffe. Dort habe ich auch diesen imposant rauchenden Schornsteinen gsehen. Frische Luft am Wasser – von wegen. 😉

istanbul-fahrschiff-wolke

Wer jetzt dennoch eines der Fährschiffe für eine Tour auf dem Wasser nehmen möchte: Ich bin direkt vom Anleger Bakirköy (unserem Ausgangspunkt) zu einer Rundtour gestartet. Wie genau, das kannst du hier in meinem letzten istanbul-Beitrag nachlesen. 🙂

Auf deiner Reise durch Istanbul darf ein Besuch des Topkapi-Palast nicht fehlen. Der Palast ist von einem Park umgeben. Der ist so schön ruhig und schattig gewesen, dass ich einfach mal durchgelaufen bin. Dabei habe ich doch glatt den Eingang in den Palast aus den Augen verloren, Ups, und schon war ich genau am anderen Ende des Areals.

istanbul-park-topkapiDafür habe ich dann einen leckeren Tee mit einem traumhaften Blick über das Wasser bekommen – entspannend und absolut zu empfehlen.

cafe-ausblickistbanbul-teecafe-istanbul-hbDen Palast habe ich dank meines Extra-Spaziergangs von innen nicht mehr gesehen, aber er soll atemberaubend sein. Da ich allein den schattigen Park und die Aussicht einen Besuch wert fand, bleibt dir überlassen, was du daraus machst.

Und was gibt es in Istanbul noch? Die beeindruckende Blaue Moschee. Bei unserer Ankunft am Mittag war sie wegen der Gebete geschlossen (bis 14:30 Uhr). Aber na ja, überall hinein schaffst du es kaum in einer so kurzen Zeit, wie ich dort war.

blaue-moscheeDie Hagia-Sophia sieht mit dem Kranz um die mittlere Kuppel aus wie gekröhnt. 🙂 Aber auch darin war ich nicht….

hagia-sophiaEs gibt aber in der Umgebung viele weitere Möglichkeiten sich etwas anzusehen.

Ich habe auf etwas Abkühlung in der alten Zisterne gehofft – weit gefehlt. Es ist doch wärmer als gedacht und sehr feucht dort unten. Unglaublich, wenn ich mir überlege, wie dieses Bauwerk unter der Erde entstanden ist! Riesige Säulen und ein dickes Mauerwerk aus Stein. Es ist noch ca. ein Meter klares Wasser darin, in dem sich Karpfen tummeln.

karpfenZwei der Säulen sind auf Medusa-Köpfen gebaut. Einfach wäre ja auch langweilig. 😉

medusamedusa1Im Reich der Fische ist es mir auf Dauer aber doch zu dunkel. Es geht wieder aus der Unterwelt hinauf ins Licht.

Auf meinem Weg durch Istanbul habe ich noch weitere Tiere entdeckt: Katzen. Sie suchen ihren Platz zum Ruhen in der Hitze. Oben auf den Verkaufsständen, auf Stromkästen…

istanbul-katzen …oder unter den parkenden Autos. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

istanbul-katzen-autoDer Verkaufsstand mit der Katze war am Rande des Großen Basars. Den musst du einfach durchqueren, um zu wissen, dass es innerhalb des Gebäudes relativ gesittet zugeht, im Außenbereich dann etwas dichter gedrängt und hektischer.

grosser-basar-istanbulZiemlich gut ist auch dieses Bild an einem der Eingänge zum Basar. 😀

grosser-basar-eingangIstanbul hat so einige Facetten… Eine der moderneren lässt sich an Häuserwänden entdecken: die Streetart.

istanbul-streetart1 istanbul-streetart3Es gibt noch so viel in Istanbul zu erleben, zu sehen, zu entdecken. Ich habe in drei Tagen einiges gesehen, aber irgendwie auch nicht. 🙂 Die Hagia Sophia, die blaue Moschee – nur zwei Bauwerke, die allein von Außen schon so beeindruckend und fesselnd sind, dass ich sie für meinem nächsten Besuch noch auf dem Plan habe. Mein Fazit lautet daher: in diese Stadt muss ich einfach noch ein weiteres Mal fahren!

Welche Seiten von Istanbul konntest du schon erleben?

Heidi

Heidi

Heidi lebt im Norden Deutschlands. In ihrer Freizeit steht sie gern auf dem Wakeboard oder geht zum Yoga. Auf Zauberhaftes Anderswo schreibt sie regelmäßig Gastbeiträge über ihre Reisen.
Heidi

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Bist du schon Facebook Fan?schliessen
Powered by LikeJS
oeffnen