Havanna – ein Ausflug in die kubanische Hauptstadt – Tag 1/2

Es ist noch gar nicht so lange her, da hat euch meine Gastautorin Heidi in den kubanischen Regenwald entführt. Nun geht das Abenteuer endlich weiter. Ich hoffe, ihr seid bereit für Havanna – die quirlige Hauptstadt Kubas. 🙂

Mittlerweile ist hieHeidir in Deutschland die dunkle Jahreszeit in vollem Gange und so denke ich mal wieder an den schönen Kuba-Urlaub im Mai diesen Jahres… An den sonnigen Strand in Varadero, die super netten Leute und an unsere Touren. Daher möchte ich heute von unserem Besuch in der Hauptstadt Havanna “La Habana” berichten und euch einige Tipps für euren Urlaub geben.

Es gibt so einige vom Reiseveranstalter angebotene Touren, auch Tagestouren, nach Havanna. Wir haben uns für einen selbst organisierten Zwei-Tages-Trip entschieden – das ist absolut zu empfehlen!!

Vorbereitend: für mich war wichtig, dass wir nicht erst in Havanna wissen, wo wir übernachten. Zum Glück kannten wir die Besitzer eines Casas in Varadero. Dank der sehr gut funktionierenden Netzwerke unter den Kubanern hatten wir nach einem kurzen Telefonat ein Casa Particulare mit bester Empfehlung mitten in Havanna im Centro Habana.

Unsere Reiseführer haben wir auch gewälzt, zudem aber auch noch den Tipp bekommen in der Altstadt “Vieja” die “Plazas” abzulaufen – das aber erst an Tag 2! – immerhin hatten wir schonmal einen groben Plan, verkehrt ist das ja nie 🙂

Für die Hinfahrt nach Havanna haben wir einen einfachen Weg gewählt: den Bustransfer von einer geführten Tagestour nach Havanna. Es kostet ein wenig mehr (ca. 20 Euro), als mit dem Viazul-Bus, aber so konnten wir noch ein wenig Wissenswertes vom Guide erfahren. Zusätzlicher Pluspunkt ist die direkte Abholung vom Hotel am Morgen. Wir sind direkt nach der Ankunft um ca. 11 Uhr in Havanna kurz hinter dem großen Kreisverkehr, am “Monumente a Máximo Gómez”, rausgelassen worden. Wir hatten den Blick auf die Statue/den Platz und gleich darauf auf die Häuser und eine ziemlich leere Straße – wieviele Einwohner hat Havanna? Sieht ziemlich einsam aus 😉 Seht selbst.

kreisel_gomez_habana

 

…ziemlich ruhig auf den ersten Blick.. Sind wir hier richtig? ..es wird noch interessanter:)

leere_strasse_habana

Auf diesem Bild gibt es eine grüne Oase auf den Balkons in der Mitte und dann diese verzierten Fassaden – absolut beeindruckend!

SAM_0436

Auf unserem Weg zum Casa wird es jetzt endlich lebendiger: als Rookies in der Stadt haben erstmal alle Touristenfänger auf uns eingeredet. Sie wollten mit uns Kutschfahrten machen oder uns anderweitig die Stadt zeigen. Alles nichts für uns, das konnten wir gut vermitteln. Wir waren auf dem zielstrebigen Weg zu unserem Casa!

Übrigens kurz zu den Straßen und ihren Häuser: zwischen sehr verfallenen, grau-braunen Häusern gibt es immer wieder bunte, restaurierte Häuser. Die Nebenstraßen sind teils sehr holprig und Vorsicht vor “Tretmienen” ist geboten;) Aber manchmal geht es uns hier in Deutschland auch nicht anders 😉 Es wurde (und wird bestimmt immer noch) viel gebaut, scheinbar liegt das an Materiallieferungen aus einem verbündeten Staat..

Baustelle_habana

Solch ein Anblick ist typisch für Havannas Straßen (diesmal auch mit mehr Bewohnern 😉 )… So habn wir uns es vorgestellt: lebendige Straßen!

strasse_habana

Aber erstmal zurück zu unserem Ziel, unserer Unkterkunft für die nächste Nacht! Nach einer kurzen Orientierungsphase haben wir den kurzen Fußweg zu unserem Casa in der Straße “Trocadero” im Centro Habana gefunden – wir wurden bereits erwartet…  und uns fiel ein großer Stein vom Herzen, als wir den blauen Anker (für die staatlich genehmigten Casa Particulare) und die schöne, blau-grüne Fassade mit Balkonen sahen – das ist es,  unser Casa!

Auf den beiden Fotos seht ihr den Blick vom Balkon aus, einmal rechts, einmal links 🙂  Wir kamen zur Mittagszeit an einem Sonntag dort an, daran liegt es wohl auch, dass in unserer Nebenstraße nicht ganz so viel los war…

balkon_casa_habanabalkon_casa_habana_2

Der erste Eindruck vom Casa war gut. Der zweite…*Spannung*…war super! Das Vermieter-Pärchen ist sehr nett, die Einrichtung modern, ein TV-Gerät (haben wir nicht genutzt) im Aufenthaltsraum , große Zimmer, saubere Badezimmer, einen funktionierenden Kühlschrank und fließend warmes Wasser – das hat in Havanna längst nicht jeder!

casa_interior_habana

Orlando y Yelien sind super Gastgeber, hier die Kontaktdaten.2013-11-20 21.18.26

Kurz frisch machen, Schlüssel entgegen nehmen, sich einbläuen lassen auch ja abzuschließen und die Balkontüren zu schließen und auf ging es die Stadt zu erkunden.

Unsere erste Wahl: erstmal mit dem Bus eine Rundtour machen. Wir hatten in Reiseführern darüber gelesen. Es lohnt sich also sich vorher zu erkundigen. Auf der Linie T1 fährt ein offenen Doppeldeckerbus. Unser Startpunkt lag nicht weit vom Casa, direkt an der großen Straße “Paseo de Prado” am “Playas del Este”. Das Ticket wird direkt im Bus  für 5 CUC gekauft.

2013-11-20 21.18.17Also ab auf’s Deck und Vorsicht vor herabhängenden Ästen und dem Wind, der euch den Sonnenhut vom Kopf weht… Da wir von der total verrauschten und ohnehin undeutlichen, spanischen Lautsprecherdurchsage nichts verstanden haben, haben wir uns selbst orientiert. Hilfreich ist dabei, dass die Straßennummern auf Steinen an den Straßenecken stehen, vor allem, wenn mal nicht der “Malecón” (die Küstenstraße Havannas) oder der große Friedhof “Cementerio de Colón” in Sicht war. In dieser Situation haben wir auch unsere zwei zusätzlichen Begleiter kennengelernt: ein verheiratetes Pärchen aus Berlin, sie Kubanerin, er Deutscher.

Hier ein Paar Einrücke…

Der Malecón – Havanna auf der einen Seite und die Weiten des Meeres auf der anderen…

malecon_habana

Unser Eindruck vom Friedhof: atemberaubend, diese fast unendlich wirkende Anzahl von steinernen, weißen Grabstellen. Stellt euch in diesem Moment den Unterschied zu einem deutschen Friedhof vor..

friedhof_habana

Die zwei geschichtsträchtigen Herren.. Comandante Camilo Cienfuegos y Che Guevara!

DSCN2412

Zurück am Bus-Stopp gab es Snacks von einem Straßenverkäufer. Sie sahen aus wie fritierte Nachos, waren aber viel größer, fettiger und mit einer Unmenge an Zucker verziert. Dazu muss man sagen: wir haben unsere kulinarischen Verkostungen immer gut überstanden. Stellt euch nicht vor wie das hergestellt wird, es schmeckt! Ein Erfrischungstuch und/oder Desinfizierungsgel zum Händereinigen empfehle ich mitzunehmen 🙂

Nach der Rundfahrt haben wir uns durch die Fußgängerzone “Obispo” auf den Weg in die Altstadt gemacht. Das Museum der Revolution, dem “Museo de la Revolución”, das ursprünglich ein Teil des Präsidentenpalasts war, haben wir besichtigt, hier steht alles auf Spanisch 😉 Die Utensilien der Revolution sind aber dennoch interessant anzusehen und mit ein wenig Sprachkenntnis versteht man das Wichtigste. Es lohnt sich jedoch nicht zusätzlich für die Nutzung eines Fotoapparates zu zahlen.

Dann plagte uns der Hunger, zudem sahen wir SEHR dunkle Gewitterwolken aufziehen. Die deutsche Kubanerin hat uns zu einem Restaurant direkt am “Paseo del Prado” geführt, zweckmäßig gut war es. Immerhin haben wir dort das – wie üblich relativ kurze – Gewitter überstanden und uns für den Abend gestärkt. Hierfür hatten wir uns mit dem Pärchen verabredet, vorher wollten wir noch ins Casa uns frisch machen. Es war sehr warm und wir wollten den Staub der Stadt los werden. Die Vermieter wohnten ein paar Blocks weiter und hatten von ihrem Balkon aus einen Blick auf unseren – das war beruhigend. Sie kamen auch nochmal vorbei, um zu hören, ob alles in Ordnung ist 🙂 So richtig hell war es in der Gasse nicht..

Übrigens: im Casa haben wir uns sehr sicher gefühlt, einen kleinen Safe zur freien Nutzung hatten wir zudem. Aber auf der Straße solltet ihr schon auf euer Geld achten, es nicht öffentlich zeigen und eure Taschen bei euch tragen. Im Grunde wie in größeren Städten auch, also alles im grünen Bereich. Wenn europäische Mädels durch Havannas Straßen schlendern gibt es auch mal Zurufe: “Boyfriend? Boyfriend!”. Ich finde, es zeigt ein wenig den Wunsch der Kubaner ins Ausland zu gelangen und hat daher auch nochmal eine andere Bedeutung inne…  Sonst hatten wir hatten nur einmal einen Bettler, der nicht locker lassen wollte. Auf unsere energischen Aussage “No moleste por favor!”, also “Bitte nicht belästigen!”, hat er aber umgehend reagiert und von uns abgelassen.

Am Abend ging es Richtung Vieja, wieder in die “Obispo”, mit dem Ziel etwas schönes zu trinken.leere_strasse_habana_abends Nachdem wir festgestellt haben, dass die Stadt auf einem Sonntagabend ziemlich tot ist (das Foto zeigt es…), haben wir in der Bar “Paris” den Platz des Abends gefunden. Es gibt sehr leckere Cocktails, die Pizza schmeckt auch super, die Band ist angenehm gewesen (mal nicht zu laut!). Empfehlen kann ich euch einen Frozen Daiquiri (allein das Foto macht Lust auf mehr…), der ist dort auch günstiger als in der berühmten “Floredita” Bar. cocktail_paris_habana

Ein guter Tipp: fragt immer nach der Karte, sonst setzen die Kellner einfach einen anderen Preis an. Und schaut euch euer Wechselgeld an, nicht das mal ein Peso dazwischen rutscht (das ist die Währung der Einheimischen, die nur ca. 1/20 wert ist). Und: wenn ihr statt “Sprite” das einheimische “Lemón” bestellt, ist es günstiger und schmeckt genauso. 🙂

In den Seitenstraßen gibt es tatsächlich auch laute Musik zu hören und viele Menschen die auf den Straßen sind und sich angeregt Unterhalten, nur auf den “Hauptwegen” sieht und hört man das eher selten. Wie quirlig habt ihr Havanna erlebt?

Müde ging es zurück in unser kleines Reich. Der Balkon ließ uns noch ein wenig die Straße beobachten bevor wir ins Bett fielen. Für den nächsten Morgen hatten wir das Frühstück zusätzlich gebucht, wir waren sehr gespannt…und das könnt ihr auch sein! Denn der erste Tag ist vorüber und in einem neuen Beitrag folgt der nächste Tag mit dem Rundgang über die Plazas und mit weiteren kulinarischen Eindrücken einer beeindruckenden Stadt…

hier geht es zum zweiten Tag in Havanna.

Heidi

Heidi

Heidi lebt im Norden Deutschlands. In ihrer Freizeit steht sie gern auf dem Wakeboard oder geht zum Yoga. Auf Zauberhaftes Anderswo schreibt sie regelmäßig Gastbeiträge über ihre Reisen.
Heidi

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