Die Häntzschelstiege – Traumhafte Aussichten

Die Häntzschelstiege ist einer der bekanntesten Klettersteige in der sächsischen Schweiz. Sie führt vom Fuße der Affensteine über eine Länge von 700 Metern etwa 160 Höhenmeter hinauf zu wunderschönen Aussichten. Geübte Wanderer können diese Stiege ohne Sicherung auf eigene Faust erkunden. Da ich mich eher weniger als “geübt” bezeichnen würde, habe ich mich einer Tour angeschlossen um – gesichert mit Klettergurten – die Häntzschelstiege zu erklimmen.

Startpunkt unserer Tour war der Parkplatz am Beuthenfall. Dort traf ich auf unsere Guide Matthias und meine Mitwanderer. Direkt zum Einstieg ging es einen steinigen Pfad steil bergauf. Diesen kann man nutzen um seinen Kreislauf erstmal in Schwung zu bringen und schon nach den ersten 10 Minuten zu bereuen, diese Tour gebucht zu haben, weil einem bereits dann die Zunge bis zum Boden hängt. Ich vermute ja, dass das einfach der erste fiese Fitnesstest von Matthias war – der in einem Affenzahn voran gespurtet ist und uns dann fröhlich grinsend am Ende des Weges empfing.

Ab diesem Punkt ging es glücklicherweise in gemächlicherem Tempo weiter in Richtung der Affensteine. In der Ferne zeigte uns Matthias die Bergspitzen – nur wenige Stunden später sollten wir von dort oben auf die Welt herunter schauen… was hatte ich Flachlandindianer mir da nur wieder eingebrockt?

Von unten... KopieAm Fuße der Affensteine erklärte uns Matthias erstmal in Ruhe die Grundlagen des Kletterns in der sächsischen Schweiz – und das sollte auch den Rest der Tour unseren Weg bestimmen. Immer wieder machten wir Halt, damit uns Matthias von seiner Begeisterung fürs Klettern und abenteuerlichen Routen berichten konnte.

Kurz später legten wir unsere Klettergurte an und standen vor dem ersten Aufstieg zur Häntzschelstiege. Dies ist traditionsgemäß der schwierigste Teil der Stiege. Wer dies einmal geschafft hat, schafft auch den Rest der Tour. Ich hatte die zweifelhafte Ehre als Erste den Versuch zu starten dort hinauf zu kommen und bereute zum zweiten Mal innerlich diese Tour gebucht zu haben. So hing ich dort also wie ein nasser Sack an den ersten Stahlstiegen des Kletterweges, meine Beine fingen vor Anspannung an zu zittern und das alles vor den wachsamen Augen meiner Mitwanderer. Wundersamerweise habe ich es aber irgendwann hinauf geschafft und hatte dann eine gemütliche Atempause, bis alle anderen auch angekommen waren.

Weiter ging es dann außen am Fels entlang in schwindeliger Höhe. Die Klettergurte hakten wir immer wieder mit Karabinern am Stahlseil ein, welches als Haltehilfe am Fels entlang führte. Nachdem ich mich an die ganze Angelegenheit gewöhnt hatte, ging es erstaunlich gut voran und schon bald hatten wir alle den ersten Teil der Häntzschelstiege überwunden.

Aufstieg Häntzschelstiege IINach diesem ersten Teil, haben wir einen kleinen Abstecher auf eine felsige Plattform links von uns gemacht. Diese ist nicht ausgeschildert und beinhaltet ein wenig Kraxelei – oben wurden wir jedoch mit den ersten traumhaften Aussichten dieser Tour belohnt.

Häntzschlestiege Aussicht Häntzschelstieg IIWeiter ging es zum zweiten Teil der Häntzschelstiege. Dieser führte eine äußerst enge Schlucht steil hinauf. Überraschenderweise war dies der weniger schlimme Teil der Tour. Zwar ging es fast senkrecht den Felsen hinauf, aber da die Stahlstiegen dieses Mal im Inneren des Felsens lagen, hatte ich nicht so sehr das Gefühl gleich abstürzen zu können.

Oben angekommen ging es nochmals über einige Stiegen und blanke Felsen weiter, bis wir endlich den ganz großen Panorama-Blick genießen konnten.

Aufstieg zur Häntzschelstiege Aufstieg HäntzschelstiegeIch hätte es vorher nicht vermutet: aber die 160m der Häntzschelstiege hatten wir recht schnell gemeistert und letzten Endes war es weniger schwer und anstrengend gewesen, als ich das vorher vermutet hätte.

Aussicht Häntzschelstieg III KopieAuf dem Rückweg machten wir noch einen kleinen Abstecher zur Ida-Grotte. Diese war schön, aber leider zu dunkel, um dort ein Foto zu machen. Dafür gab es auch hier nochmal eine schöne Aussicht über die sächsische Schweiz.

Früher wurde die Grotte oft zum Boofen (=übernachten unter freiem Himmel) genutzt. Heute ist das – zumindest in dieser Grotte – nicht mehr erlaubt. Aber in der sächsischen Schweiz gibt es immer noch viel Orte, die gern zum Boofen genutzt werden – das nehme ich mir dann das nächste Mal mit auf den Plan.

Aussicht Ida Grotte KopieHinab zum Ausgangspunkt der Tour ging es dann über zahlreiche Holztreppen, mitten durch die wunderschön grünen Felswälder der sächischen Schweiz. Und schon nach 4 Stunden (eine Stunde früher als geplant) waren wir alle erschöpft zurück bei unseren Autos.

Ich würde diese Tour jederzeit wieder buchen. Die Häntzschelstiege war mein erster Klettersteig, aber sie wird mit Sicherheit nicht mein letzter sein.

Nützliche Informationen:

  • Gebucht habe ich die Tour bei Kanu Aktiv Tours. Gekostet hat sie mich 25 € (+4 € für den Parkplatz).
  • Geübte Wanderer können die Häntzschelstiege auch allein und ohne Sicherung machen, wobei ich sagen muss: ohne Sicherung, wäre ich dort nicht hinauf gegangen.
  • Beim nächsten Mal würde ich vermutlich lediglich die Klettergurte ausleihen und dann allein hochgehen – ich kenne ja jetzt den Weg. Ansonsten war ich sehr froh, dass Matthias uns hinauf geführt hat.
  • An Ausrüstung braucht es nichts besonderes: Wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk und Snacks & Getränke sollten natürlich im Gepäck sein. So wie das für Wanderungen üblich ist.

Aussicht Häntzschelstieg IV KopieHast du schon mal einen Klettersteig mitgemacht? Kannst du mir eine Empfehlung für meinen nächsten Ausflug geben?

Karina

Karina

Karina ist 29 Jahre alt und lebt in Leipzig.
Tauchen, Reisen und Bloggen sind ihre großen Leidenschaften. Wann immer es möglich ist, erkundet sie die Welt und berichtet auf Zauberhaftes Anderswo von ihren zahlreichen Erlebnissen.
Karina

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