Fuerteventura – Unterwegs im Süden und Westen

Fuerteventura. Als ich vor einem Jahr auf dieser Insel war, bestand mein Programm vor allem aus zwei Sachen: Surfen und Tauchen. In Corralejo – im Norden der Insel – war mein Tagesplan gefüllt mit Sport- und Ruhephasen, so dass ich damals nur wenige Ausflüge gemacht hab, um die Insel zu erkunden.Lagunen Corralejo

Als ich nun in diesem Jahr erneut nach Fuerteventura kam, hätte mein Programm keinen größeren Kontrast darstellen können. Denn auf dem Plan standen vor allem: Entspannung und nur wenige Tagesausflüge. Auch war ich dieses Mal hauptsächlich im Süden und Westen der Insel unterwegs. Perfekt also, um dir nun auch die andere Seite der Insel vorstellen zu können – und die ist nicht weniger schön und beeindruckend als der Norden.

Las Cuevas de Ajuy

Unserer Unterkunft befand sich in der Nähe vom Ajuy, im Western Fuerteventuras. An einem recht stürmischen Tag (wenn ich ehrlich bin, habe ich auf Fuerteventura noch nie einen NICHT stürmischen Tag erlebt), machten wir uns auf den Weg in dieses kleine Örtchen, um die ausgeschilderte Sehenswürdigkeit zu erkunden. Ajuy ist vor allem bekannt durch seine einmalige Felsformation – einem beliebten Ausflugsziel der Insel. Die unter Naturschutz stehenden Kalkfelsen und – höhlen sind etwa 120 Millionen Jahre alt und somit bedeutend älter als die Kanarischen Inseln selbst.

Las Cueavas de Ajuy

Früher war das besonders reine Kalkgestein von Ajuy sehr gefragt. Deshalb wurden hier ein Steinbruch sowie eine Hafenanlage errichtet, um das Gestein an die umliegenden Inseln liefern zu können.  Gemunkelt wird außerdem, dass die Höhlen bereits im 15./16. Jahrhundert von Piraten als Lagerräume für ihre eroberten Schätze genutzt wurden. Für Beutezüge lagen die Kanarischen Inseln nämlich perfekt.

Heute können Besucher vom Mirador de Ajuy (einer mehrstufigen Felsterrasse oberhalb der Steilküste) die Reste der ehemaligen Hafenanlage betrachten. Im Boden sind zwei vergitterte Schächte zu sehen, die erahnen lassen, wo früher die Brennöfen waren. Wer ein paar Stufen nach unten klettert, kann sich diese Schächte auch von innen anschauen, sollte sich dabei aber vielleicht die Nase zuhalten. Offensichtlich verwechseln einige Besucher diese Schächte mit Toiletten…Las Cueavas de Ajuy

Von der unteren Stufe des Aussichtspunktes, bietet sich ein guter Blick auf die tosende Brandung. Ich könnte stundenlang am Meer stehen und zusehen wie die Wellen sich an den Felsen brechen. Besonders an solch stürmischen Tagen, wie wir sie erwischt hatten, ist der Blick aufs Meer alles andere als langweilig.

Fuerteventura Süden und Westen

Der weitere Weg führte uns die Treppen hinab zu den Cuevas de Ajuy, die bereits erwähnten ehemaligen Lagerräume. Bei stürmischer Wetterlage, sollte man allerdings Vorsicht beim Besuch der Höhlen walten lassen. Bereits bei ruhigen Bedingungen versperren Felsblöcke und Wellen recht schnell den Weg zur ersten Höhle. Der schmale Durchgang zur zweiten Höhle ist mit einem weißen Pfeil markiert. Sie soll bis fast an die Playa de los Muertos reichen. Spätnachmittags, wenn die Sonne tief steht, hat der Besucher die besten Chancen, um tropfsteinähnliche Gebilde an den Decken der Höhlen zu erkennen.

Aussicht Las Cuevas de Ajuy

Besonders an Ajuy ist außerdem der schwarze Lavasandstrand. Wäre es bei unserem Besuch nicht so kalt gewesen, hätten wir bestimmt ein Bad in den hohen Wellen gewagt. So haben wir uns damit begnügt die bizarren und fossilen Gesteinsformationen zu bewundern und zu erkunden.

Der Aussichtspunkt Mirador astronómico de Sicasumbre

Bei meinem ersten Besuch auf Fuerteventura war ich sehr erstaunt – allerdings nicht unbedingt im positiven Sinne. Erwartet hatte ich irgendwie einen grünen Inseltraum voll Palmen, Blüten und Sonnenschein. Bekommen habe ich zwar Sonnenschein und – hier und da auch mal eine Palme – grün ist dennoch definitiv NICHT die Farbe dieser Insel. Sie erinnert vielmehr an eine karge Wüstenlandschaft. Bei meinem zweiten Besuch wusste ich ja bereits, was mich erwartet und konnte so viel mehr den Anblick der kargen Berglandschaft genießen. Denn auch die Berge von Fuerteventura haben ihren Reiz.Mirador astronómico de Sicasumbre

Dieser zeigte sich besonders bei unserem Besuch des Aussichtspunktes Mirador astronómico de Sicasumbre. Er ist bequem mit dem Auto zu erreichen und liegt zwischen den Orten Pajara und La Pared. Vom Parkplatz aus ist es nur noch ein kleiner Anstieg von ca. 35 Metern, der zwischen dem Besucher und der perfekten Aussicht liegt. Das ist zwar nicht viel, bei dem Wind der auf Fuerteventura herrscht, kann dies dennoch eine echte Herausforderung sein.

Panorama Inland Aussicht Inland Fuerteventura

Nachdem wir uns den Berg hinauf gekämpft hatten, entschädigte uns aber der traumhafte Ausblick für die kleinen Strapazen. Genossen haben wir ihn trotzdem nicht lange. Der Wind im Gesicht war alles andere als angenehm. Also hab ich nur ein paar Fotos geschossen, bevor es wieder zurück ins warme Auto ging.Ausblick Mirador Astronomico

Der Leuchtturm von La Entallada

Von einem tollen Aussichtspunkt ging es für uns direkt zum nächsten. An der Punta de la Entallada in der Nähe von Gran Tarajal und Las Playitas steht der Leuchtturm Faro de La Entallada. Auch dieser ist gut mit dem Auto zu erreichen. Wobei wir bei der schmalen und kurvenreichen sieben Kilometer langen Straße doch sehr gehofft haben, dass wir keinen Gegenverkehr erwischen. Für uns verwöhnte Deutsche ist so eine Ministraße direkt am Abgrund dann doch ein kleines Abenteuer. Einige sportliche Zeitgenossen sind den Berg auch mit dem Rad oder zu Fuß hinauf gekraxelt. Ich hatte großen Respekt vor diesen Menschen.

Faro de Entallada bei Las Playitas

Oben am Kap angekommen, erwartete uns ein atemberaubender Blick auf den Atlantik. Blau so weit das Auge reicht. Dazu eine beeindruckende Steilküste und im Rücken die kargen Berge der Insel.

Ausblick aufs Meer am Leuchtturm Ausblick Leuchtturm

Der Leuchtturm wurde 1920 erbaut. Der Faro de la Entallada hat einen untypischen, relativ niedrigen Laternenturm. Das liegt daran, dass er oben auf dem ca. 125m hohen Berg gebaut wurde und so einen optimalen Blick auf den Atlantik bietet und von den Schiffen gut gesehen wird.

Traumhafte Sandstrände von Jandia

Weiter im Süden der Insel befindet sich die Stadt Jandia, die neben Corralejo vermutlich einer der Orte mit den meisten Hotels der Insel ist. Wer gerne shoppen geht, ist in Jandia gut aufgehoben.Strand Jandia

Viel interessante fand ich dahingegen die Strände, die sich hier weit im Süden erstrecken. Kilometerweite weiße Sandstrände, die flach ins türkisblaue Meer führen, erinnerten mich an die Karibik. Hier kann man nicht nur gemütlich in der Sonne liegen und sich braun brutzeln lassen. Am Strand von Egli gibt es außerdem die Möglichkeit Windsurfen und Kitesurfen zu lernen – oder wie wir, anderen Menschen dabei zuzusehen, wie sie diese Sportarten erlernen wollen.Strand Ebly Kite Surfer Ebly

Eine Woche auf Fuerteventura ging, wie bereits beim letzten Mal, wieder viel zu schnell vorbei. Auch wenn mich mit der Insel nicht gerade Liebe auf den ersten Blick verbindet, je mehr Ecken ich von Fuerteventura sehe, desto mehr schließe ich es in mein Herz. Ich komme ganz bestimmt im nächsten Jahr wieder…

Karina

Karina

Karina ist 30 Jahre alt und lebt in Leipzig.
Tauchen, Reisen und Bloggen sind ihre großen Leidenschaften. Wann immer es möglich ist, erkundet sie die Welt und berichtet auf Zauberhaftes Anderswo von ihren zahlreichen Erlebnissen.
Karina

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